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Das war also Ostern

Letztens war Ostern. Also bei uns halt. Der Osterhase hat eine Extrarunde eingelegt und hat alle Schnuller geholt. Und ich hatte noch nie solche Angst vor Ostern. Wir kennen unser Töchterchen, wissen, wozu sie fähig ist. Wenn Mama und Papa sich partout nicht fügen wollen, wird es laut und ungemütlich. Vor allem für die Kleine selbst, sie wirft sich dann ohne Rücksicht auf Verluste nach hinten und geht einfach mal davon aus, dass einer da ist, der sie auffängt. In jedem Managementseminar wäre sie die Königin der vertrauensbildenden Spiele.

Dementsprechend haben wir uns vor diesem Tag gefürchtet, ihn immer wieder nach hinten verschoben. „Heute ist sie nicht so gut drauf“, „Ich glaube, sie zahnt“, „Die Woche ist mir einfach zu stressig“, „Ui, es regnet“, „Heute ist Dienstag“. Die Ausreden gingen uns nicht aus. Bis letzte Woche, als uns einfach kein Grund mehr einfallen wollte, es nicht zu tun. Es war Zeit für den Osterhasen.

Die Vorbereitungen beschäftigten uns einige Tage. Was ist der richtige Zeitpunkt? Wenn die Schnuller vor dem Schlafengehen weg sind, wird der Abend ein Debakel. Wenn die Schnuller über Nacht weg sind, wird der Morgen ein Debakel. Wenn der Osterhase tagsüber kommt, fehlt irgendwie der Zauber, der Osterhase ist ja kein Elektriker, der „zwischen 8 und 12 Uhr“ auftaucht, oder auch nicht. Immer wieder bekräftigten wir uns gegenseitig, nicht einzuknicken. Diesmal wirklich. Stark sein. Nicht nachgeben.

Der Abend kam und das Kind legte die Schnuller gemeinsam mit der besten Mama der Welt hinaus auf den Balkon. Das Gute-Nacht-Ritual dauerte seeehr lange, lief aber ohne großes Drama ab. Die Nacht war ruhig. Der Morgen war ruhig. Wir waren schon ein wenig misstrauisch, irgendwann müsste ja der große Ausbruch kommen, oder? Er kam nicht. Stattdessen kam echte Enttäuschung. Das erste Mal, als die heiß ersehnte rosarote Gitarre nicht von alleine spielen konnte. Und das zweite Mal, als sie mich unter leisen Tränen fragte: „Wenn der Osterhase die Geschenke wieder abholt, krieg ich dann die Schnuller zurück?“ „Nein, mein Schatz, du bist ja schon ein großes Mädchen.“ Ein Tag lang Brüllen wäre mir lieber gewesen.

Als ich die Schnuller in ein Sackerl steckte und wegräumte, wurde ich richtig wehmütig. Es ist nicht einfach, groß zu werden.

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Ostern im Oktober

Wir müssen den Schnuller loswerden. Also nicht wir, sondern das schönste Kind der Welt. Dabei hilft uns der Osterhase. Auch, wenn er im Oktober für uns eine Extra-Runde drehen muss.

Die Zeit ist reif, das Kind groß genug, die Logopädin rät uns dringend dazu, das Saugding muss weg. Finden wir – das schönste Kind der Welt sieht das natürlich nicht ganz so eng. Da könnte es immer noch „eine Minute“ länger dauern, bis sie den Schnuller abgibt, da brauchen wir immer noch einen „zweiten Schnuller“, zur Sicherheit quasi, falls der Papa den ersten doch einkassiert. Aber zum Glück gibt es den Osterhasen.

Der Osterhase hat nämlich dem Freund F. ein Trampolin gebracht, im Austausch für alle Schnuller. Das hat Eindruck hinterlassen. Jeden zweiten Tag höre ich die Geschichte, immer wird darauf Wert gelegt, dass der Osterhase ein richtig cooler Kerl zu sein scheint. Schnullerfee? Vergiss es. Nikolaus? Sicher nicht. Der Hase muss es sein. Unser Problem dabei ist das Timing. Bis der Hase das nächste mal kommt, vergehen noch Monate!

Da kommt es sehr gelegen, dass der Papa die Nummer vom Osterhasen im Handy gespeichert hat. Das Kind hat also letztens mit ihm telefoniert, hat sein Anliegen erklärt und auch gleich eine Gegenleistung vereinbart, eine rosarote Gitarre soll es sein, und bitte recht bald.

Zum Glück hat das Töchterchen noch keine Ahnung vom Terminplan des Osterhasen. Dann kommt im nächsten Mai eben das Pfingstkaninchen.

PS: Vielen Dank an den Hasen! Wir melden uns sicher bald wieder.

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