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Kindische Vorsätze

Am 31.12. reden wir uns die Verfehlungen des letzten Jahres als gute Vorsätze des kommenden Jahres schön. Das schönste Kind der Welt hat sich folgendes vorgenommen:

  • Im Liegen einschlafen.
  • Mama und den Mann, der auch da wohnt, durchschlafen lassen.
  • Wenn der Schnuller aus dem Mund fällt – Ruhe bewahren. Es ist nur ein Schnuller.
  • Die Stimmbänder langsam einsingen, bevor es in die hohen Lagen geht.
  • Einen Pyjama ein Frühstück überleben lassen.
  • Eine Zeitung ein Frühstück überleben lassen.
  • Den anderen Kindern wirklich nur „Ei Ei“ geben.
  • Das nervige Dinosaurier-Geräusch (wie diese kleinen schnellen Biester aus Jurassic Park) abstellen.
  • Wenn Abstellen nicht geht: Mama und dem Mann, der auch da wohnt, wenigstens zehn Sekunden Zeit zum Reagieren lassen, bevor das Dinosaurier-Geräusch kommt.
  • Der Gute-Nacht-Flasche noch eine letzte Chance geben.
  • Den Mann, der auch da wohnt, wieder vom Finger abwickeln.

Wobei zu befürchten ist, dass der letzte Punkt die nächsten paar Jahre auf der Liste bleiben wird.

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Über das Gießen von Fröschen

Eltern sind schon komische Menschen. Unlängst rief M. bei mir an. Ich freute mich, ich hatte ihn lange nicht gehört. Er erkundigte sich nach meinem Befinden, dann erzählte er ein wenig von sich und mitten im – Nein, nicht den Frosch gießen! – Satz sagte er etwas, was so gar nicht dorthin gehörte. Danach sprach er weiter als wäre nichts gewesen. M. hat keine Probleme, er ist einfach nur Vater.

Ich habe Eltern Dinge tun sehen, die – aus der naiven Sicht eines noch-nicht-Vaters – schon sehr eigenartig sind. Sie verbieten  etwa anderen Personen, Amphibien zu gießen. Sie freuen sich über den Stuhlgang Dritter. Sie setzen sich in Beratungen ganz ernsthaft mit dem richtigen Transportieren kleiner Menschen auseinander. Sie laufen in Unterwäsche durch den Strahl eines Rasensprengers und jauchzen dabei. Sie suchen Autos nach dem vorinstallierten Kindersitz-System aus. Sie zählen sehr bedrohlich bis drei. Sie sprechen die eigene Partnerin nur noch mit „die Mama“ an. Sie rappen das Pippi Langstrumpf-Lied. Sie gehen auf „Baby-Expos“. Sie ertragen dort das Geschrei der Märchentante, in dem Irrglauben, ihrem Nachwuchs würde das gefallen. (Der erträgt es nur, weil Mama es will.) Sie benutzen Eis als Druckmittel, um ihren Willen durchzusetzen. Sie legen ihre Tagesplanung in die Hände Minderjähriger. Sie legen mitten im Gespräch auf, nur weil das Kind plötzlich so ruhig ist, da stimmt sicher was nicht. Und sie sind immer so grundlos müde.

Jetzt muss ich aufhören. Ich muss einem recht großen Bauch erklären, er möge nicht so fest treten, denn „die Mama“ will jetzt bitte schlafen. Und ich muss hoffen, dass der Bauch versteht, was treten, was schlafen und wer bitteschön „die Mama“ ist.

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