Archiv für den Monat Juli 2014

Wasser

Hier ein Tipp für alle Heimwerker. Wenn Ihr mit einer großen Bohrmaschine ein kleines Loch in eine unauffällige Wand bohren wollt, dann seid Euch WIRKLICH sicher, dass dahinter keine Wasserleitung ist. Denn sonst passiert Folgendes:

Dort, wo eigentlich der Bohrer in der Wand verschwinden sollte, kommt Euch Wasser entgegen.
Richtig viel Wasser.
Was das Bohren des Loches massiv erschwert.
Weil man ja außerdem elektrische Geräte nicht zwingend duschen sollte.
Also schnell das Loch zuhalten.
Dann wirds ein wenig problematisch. Einerseits beide Daumen auf das Loch halten, andererseits ein nasses elektrisches Gerät aus dem Weg schaffen.
Das außerdem noch genau dort liegt, wo es die volle Ladung abkriegt, sobald man die Daumen vom Loch nimmt.
Also eine Hauruck-Aktion: Daumen vom Loch, das Beste hoffen, nasses elektrisches Gerät wegschmeißen, Hände wieder aufs Loch.

Soweit so gut.

Jetzt das Wasser abstellen. Dazu müsste man wissen, wo der Haupthahn ist.
Oder den Haupthahn suchen, was aber nicht geht, weil man ja beide Daumen auf dem Loch…
Also mit nassen Fingern aus der nassen Hose ein nicht wasserfestes Handy fischen und hoffen, dass es noch tut.
Hilfe rufen.
Hoffen, dass die Hilfe kommt, bevor die Kraft in den Daumen geht.
Während der nächsten 20 Minuten versuchen, das Komische an der Situation zu finden.

Wenn die Hilfe kommt, die zynischen Kommentare überhören, demütig und dankbar sein und die Kreditkarte für den Installateur-Notdienst zücken. Dann noch den Schutt unter dem großen Loch in der Wand wegräumen und endlich das nasse Zeug ausziehen. Und das wars schon.

Oder aber man stellt die Klopapierrollen einfach am Boden ab.

 

Moderne Zeiten

Wir haben uns schon oft über unseren Nachwuchs gewundert, jetzt wundern wir uns digital. Das modernste Kind der Welt bedient die elterlichen Smartphones, als hätte es nie was anderes getan. Genau genommen hat es auch nie was anderes getan, von Geburt an lag mindestens eins dieser Dinger in der Wohnung herum. Und während meine hochverehrte Frau Mutter ihren Touchscreen immer wieder mal verzweifelt nach einem Knopf absucht, den sie drücken könnte, ist es für die Zweijährige völlig selbstverständlich, dass sie die Tastensperre aktiviert, wenn sie das Handy wieder abgibt.

Wo sind die Zeiten hin, in denen die Kinder ins Reich der Phantasie abgetaucht sind? Wohin die goldenen Tage, in denen wir – um einen Freund zu zitieren – zum Spielen nichts weiter hatten als einen Stock und einen toten Frosch? Und trotzdem glücklich waren? Nun, liebe Leser, die sind Gott sei Dank vorbei. Ein toter Frosch ist nur dann cool, wenn man ihn mit der Handykamera scannen, in eine App laden und mit dem Zeigefinger sezieren kann. Das sollte mal wer programmieren!

Und dennoch – die schöne neue Welt wird mit der guten alten Phantasie nie ganz mithalten können. Glauben Sie nicht? Hier mein Beweis: Am Strand von Grado spielen einige deutsche Urlauberkinder „Ritter“, sie wollen einen Drachen fangen. Also laufen sie am Strand umher, um einen zu suchen. Jetzt sind Drachen am Strand von Grado aber schon seit letzter Woche aus, also hat ein deutsches Urlauberkind eine geniale Idee und sagt zu den anderen: „Spielen wir, dass das Internet überall ist und wir uns online einfach einen Drachen bestellen!“

Wahre Geschichte. Kinder bleiben Kinder. Ganz egal, wie 0 und 1 die Welt wird.

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