Archiv für den Monat Dezember 2013

Zum Vergessen

Gut, der ORF hat seinen schon im November hinter sich gebracht, ein wenig früh möchte man meinen, aber der ORF war seiner Zeit ja immer schon voraus. Jetzt ist die Zeit für Jahresrückblicke. Ich finde es schon faszinierend, was der Datumswechsel mit uns anstellt. Geschichten, die wir im Frühling schon sehr bereitwillig vergessen haben, werden jetzt für den Rückblick noch einmal hervorgekramt, nur um sagen zu können: Schau das hatten wir doch schon vergessen. Was die Rückblicker dabei vergessen: Meistens gibt es einen Grund, warum wir die Dinge vergessen haben.

Welche Bilder auf Instagram im Februar top waren, was Andi und Alex im Sommer gekocht haben, welche Station der Wiener U-Bahn im Oktober die dreckigste war, oder wie sehr sich Werner Faymann nach der Wahl in Wahrheit geniert hat, all das interessiert heute wirklich niemanden mehr.  Viel spannender wäre eine Vorschau: Traut sich Frank Stronach je wieder vor eine Fernsehkamera? Werden wir Maria Fekter je wieder weinen sehen? Wird nach der Schwester von Miriam Weichselbraun bald auch die Nageldesignerin von Sido bei den Dancing Stars mitmachen?

Die einzigen sicheren Vorhersagen sind vermutlich diese: Die Österreicher werden im Winter frieren und im Sommer schwitzen und über beides maulen. Die Regierung bleibt super. Und das schönste Kind der Welt wird weiter mit eiserner Faust über mein Leben herrschen. Zumindest auf letzteres freue ich mich.

Ein schönes 2014 Euch allen!

Advertisements
Getaggt mit , , , ,

Advent, Advent

Dezember 2013: Adventkranz, Vorfreude, Glühweintrinken, Kind hat Spaß am Ringelspiel, Einkaufen für Kekse, Adventkalender, Kind hat hohes Fieber, ab ins Spital, eine Woche dortselbst, wieder nach Hause, neuer Anlauf, zweite Kerze, Adventkalender, Kontrolle beim Kinderarzt, noch einmal Glühweintrinken, Kind weint am Ringelspiel, Kind hat wieder Fieber, wieder Spital, wieder eine knappe Woche dortselbst, Kekse backen abgesagt, Adventkalender vergessen, zwischendurch das Christkind getroffen (alle Geschenke in 4 Stunden in zwei Einkaufsstraßen – so schnell war ich noch nie!), alle wieder zu Hause, Wäsche waschen, einpacken für Graz, Driving Home for Christmas.

Das Gute daran, ich hab wirklich viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Und darauf kommt es doch an.
Euch allen ein frohes Fest!

Endlich eine Kampagne

Frau Lindner sitzt nicht mehr im Nationalrat. Schade, meint sie. Weniger schade, meinen viele, wenn nicht alle, anderen. Sie selbst führt ihren Rücktritt auf eine „gezielte, gegen mich geführte Kampagne“ zurück. Das klingt ein wenig trotzig, fast beleidigt. Ich möchte dazu gerne sagen: Bravo!

Lindner hat ihr Mandat mehr oder weniger von der Straße aufgelesen. Sie stand einige Tage lang auf einer Wahlliste, als Verdienste für das Team Stronach lassen sich die Teilnahme an einer Pressekonferenz auflisten und sonst … nix, eigentlich. Dafür hat sie mit nur 29 Tagen zwischen Angelobung und Abgang einen neuen Kurzzeitrekord im Parlament aufgestellt, bei ihrer zweiten Sitzung war sie bereits verhindert.

Wenn also jemand immer wieder aufzeigt und ganz laut ruft: „Schaut alle her, ich verhalte mich wirklich dämlich und gegen jeden Anstand!“, dann ist eine „gezielte, gegen diese Person gerichtete Kampagne“ ja wohl das mindeste, was man erwarten darf. Danke, auch soziale, Medien. Endlich eine Kampagne.

Getaggt mit , , , , , , ,