Archiv für den Monat November 2012

Die Kinder von Pamela

Neulich beim Joggen schnappe ich folgenden Gesprächsfetzen auf: „… ich hab ja gehört, dass die Kinder von der Pamela Anderson nicht wissen, dass…“ Und das wars. Seither quält mich die Sache. Was wissen die Kinder von Pamela Anderson nicht? Vielleicht kann Pamela gar nicht schwimmen. Vielleicht – VIELLEICHT – sind ihre Brüste nicht echt.Vielleicht war Pamela Anderson früher beim BZÖ, ist aber ausgetreten, als sie Mutter wurde – sie wollte nicht, dass ihre Kinder in Schande aufwachsen?

Aber vielleicht sind Kinder auch besser dran, wenn sie nicht alles wissen. Soll etwa das schönste Kind der Welt wissen, dass es den Nikolaus nicht wirklich gibt? Dass der Osterhase vermutlich auch nur eine Erfindung der Schokoladen-Industrie ist? Und dass jedes andere Kind – je nach Verwandtschaftsgrad – ebenfalls das schönste der Welt ist?

Auf der anderen Seite würde das bedeuten, dass man Kinder anlügen muss. Und obwohl es hart ist, passiert es jeden Tag. Denn, wenn wir ganz wirklich ehrlich sind: Es tanzt kein Bi-Ba-Butzemann durchs Haus, man kann die Nasen der Kleinen nicht einfach so stehlen, dem Wetter ist es komplett wurscht, ob sie aufessen oder nicht, und Dinkelbrei mit nix schmeckt einfach nicht Mmmmmh! Der schmeckt fad bis grauslig.

Die Schnullerfee, das Engerl am Bett, Himpelchen und Pimpelchen, das Christkind, der kleine Pirat, der in Wahrheit nur die Hand vom Papa in einer Puppe ist. Ohne Lügen kämen wir nicht weit.

Miese Jobs

Gestern hat mir an der Kreuzung eine Gans zugewinkt. Eine richtige echte Gans, ca 2,20 m groß, auf zwei Beinen, mit einem großen Loch im Hals wo eine junge Frau rausgeschaut hat. Neben der Gans stand eine junge Dame, die Flyer für einen Daunen-Shop verteilt hat. Die Gans hätte ihre Flyer vermutlich gerne selber verteilt, was aber nicht ging, weil ihre Arme in Flügeln aus Futterseide steckten. Also keine Hand frei um Flyer zu verteilen, oder auch nur zu halten. Ihr Job war winken. Und wirken – nur nicht sehr cool, sondern irgendwie bemitleidenswert.

Es gibt schon richtig miese Jobs. Ich selbst hatte auch den einen oder anderen. Einmal – im zarten Alter von 16 Jahren – war ich Security bei einem Tennisturnier. Nicht, weil ich so ein Knochenbrecher wäre, oder weil ich schon als Kind von einem geheimen Geheimdienst angeworben wurde und eine Ausbildung genoss, von denen ich nur dann erzählen dürfte, wenn ich alle meine werten Leser im Anschluss liquidieren würde. Ich war nur deshalb Security, weil der Veranstalter des Turniers vom Turnierveranstalten offenbar keine Ahnung hatte. Zur Einschulung wurden ich und meine schmächtigen 16-jährigen Kumpels  in einheitliche Leiberl gesteckt  – fertig. Wir waren meistens damit beschäftigt, freundlich zu lächeln. Als dann einmal ein Betrunkener ein bissi auffällig wurde, musste ein Erwachsener kommen und ihn rausschmeißen. (Dafür hab ich bei einer anderen Gelegenheit den Chef des Turniers nicht aufs Gelände gelassen. Ich kannte ihn nicht! Und, dass er Chef ist, kann jeder sagen.)

Weitere miese Jobs: Fishmac-Brater bei Macdonalds. Tür-zu-Tür-Spenden-Sammler. Briefträger-Anfänger im Regen. Praktikant im Expedit (dort wird der Müll der Firma sortiert). Medikamenten-Tester. Juror in einer ORF-Talente-Show. Und nur einen davon hab ich nicht gemacht.