Archiv für den Monat Oktober 2012

Comeback des Jahres

In Österreich hat es schon eine Reihe von bemerkenswerten Comebacks gegeben.

Jörg Haider ist schon weg und kommt wieder.

Hermann Maier ist fast lahm und kommt wieder.

Der GAK ist fast pleite und kommt wieder und wieder und wieder und wieder und…

Frank Stronach zieht in die Welt und kommt leider wieder.

Die Sendung ohne Namen ist endlich wieder da.

Roland Düringer war in der Natur und predigt wieder.

Karl Heinz Grasser ist einfach nicht weg zu kriegen. (Gut, das ist kein echtes Comeback, aber dennoch bemerkenswert.)

Ein Comeback wird als das skurrilste von allen in die Geschichte eingehen. Der deutsche Rüpel-Rapper tut das, was man insgeheim von ihm erwartet hat und schlägt zu. Die Fernsehdirektorin tut das, was man von ihr erwarten durfte und schmeißt ihn raus. Mit Verweis auf die böse, inakzeptable Gewalt. Jetzt hat es sich die Fernsehdirektorin anders überlegt. Entweder, weil sie inzwischen der Meinung ist, dass Gewalt manchmal doch in Ordnung geht. Oder, weil halt die Quote doch wichtiger ist als die Prinzipien.

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Sie will aber nicht

Ja, es geht schon wieder um die kleine Person. Das Problem ist, dass es derzeit leider kein anderes Thema gibt. Ich bin inzwischen einer dieser Väter, die, wenn sie nicht über das schönste Kind der Welt sprechen dürfen, nicht mehr wissen, worüber sie sonst sprechen sollen.

Mein schönstes Kind der Welt kann zwar nicht pupsen (darüber haben wir schon gesprochen) sie kann aber inzwischen hervorragend ihren Willen äußern. Allerdings nur invertiert. Sie kann also nicht sagen, was sie will, sie kann nur sagen, was sie nicht will. Das dafür umso vehementer. Wir halten sie so – sie schreit. Wir halten sie anders – sie schreit. Wir setzen sie auf – sie schreit. Wir legen sie hin – sie lacht. Endlich was richtig gemacht.

So sehr wir uns freuen, dass das schönste Kind der Welt jetzt also seinen Willen invertiert ausdrücken kann, so sehr beschäftigt uns der Umstand, dass sie manchmal schlicht nicht weiß, was denn gerade der Wille sein soll, der invertiert auszudrücken wäre. Bestes Beispiel: Sie kann sich inzwischen vom Rücken auf den Bauch drehen. Das tut sie auch mit dem größten Vergnügen. Jetzt sollte man annehmen, dass die erfolgreiche Ausübung einer neu erworbenen Fähigkeit zu einer gewissen Befriedigung führt. Weit gefehlt! Nur das Drehen an sich bereitet ihr nämlich Vergnügen. Vom „Am Bauch Liegen“ hält sie dagegen nicht viel.

Das Spiel geht so: Das schönste Kind der Welt liegt am Rücken, sie schreit, sie dreht sich auf den Bauch, freut sich kurz über den Erfolg, und schreit dann, weil die Bauchlage offenbar nicht bequem ist. Ich drehe sie auf den Rücken, und wir fangen von vorne an. Das geht dann solange, bis ich aufgebe.

Aber wie ein weiser Mensch einmal gesagt hat: Das geht vorbei. Und dann kommen die Zähne.

Getaggt mit

Ich verkauf nix mehr

Manchmal will man was loswerden. Man kann es wegschmeißen, verschenken oder verkaufen. Zweimal wollte ich Geld machen, zweimal war es ein Fehler.

Im zarten Alter von 23 Jahren (also vor ca… ) besaß ich eines dieser legendären motorisierten Zweiräder, wie man sie heute nicht mehr bekommt. Das Teil war so einfach, dass es praktisch unkaputtbar war, und besaß dennoch genug Charakter, um immer wieder mal zu spinnen. Es war rot, hatte eine Sitzbank für zwei Passagiere und nicht annähernd die dafür benötigte Leistung. Ein Puch Maxi. Noch heute bereue ich, es verkauft zu haben.

Es war im Sommer 19nichtsowichtig, als ein junger Mann mein Maxi vor dem Haus meiner Mutter stehen sah. Er wollte es unbedingt haben. Es wäre sein erstes Moped und er würde sich ach so darüber freuen. Ich fiel auf seine verlogenen Augen herein und machte ein schlechtes Geschäft. Zwei Jahre später rief mich nämlich ein Polizist an und freute sich für mich. Ich fragte „Warum?“ und er meinte: „Weil wir ihr Moped in der Mur gefunden haben, das geht ihnen ja sicherlich schon ab!“ Die kleine Ratte hatte mein rotes Maxi in meinem Heimatfluss versenkt. So was macht man doch nicht, oder?

Szenenwechsel: Letzte Woche flatterte mir eine „Aufforderung zur Rechtfertigung“ von der Bezirkshauptmannschaft Oberwart ins Haus. Ich hatte mein Lebtag noch nichts in Oberwart zu tun, war also dementsprechend ratlos. Und wieder wurde ich von einem schlechten Geschäft eingeholt. Mein geliebter, hässlicher, grüner Skoda wurde ohne Kennzeichen von einer öffentlichen Straße abgeschleppt und ich sollte dafür zahlen. Mein Skoda, den ich vor drei Jahren an einen jungen Mann verkauft hatte, der sich ach so über sein erstes Auto gefreut hatte. Erkennen Sie ein Muster?

Warum machen Leute sowas? Warum kaufen Sie von mir Dinge, die sie nicht haben wollen und entsorgen diese dann illegalerweise? Ich hab denen überhaupt nix getan! Gut, ich hab ihnen Schrott verkauft, aber deshalb muss man ja nicht gleich gemein werden!

Wenn ich demnächst mein Radl loswerden will, zeige ich den Käufer einfach gleich mal an – zur Sicherheit.