Archiv für den Monat August 2012

Die erste Haube

Dieser Sommer war ja wirklich einer wie damals. Doch alles hat ein Ende: Gestern früh hab ich die erste Haube gesehen.

Das bedeutet, dass der Herbst kommt. Und wissen Sie was? Ich freu mich drauf. Ich freu mich auf den Herbst, weil ich einerseits in Flip-Flops ziemlich blöd aussehe. Und weil andererseits der Herbst endlich ein Ende dieser Sommer-Lethargie bringt, die ich so gar nicht mag. Da will man was machen, aber keiner ist da, mit dem man was machen kann. Das betrifft gleichermaßen Freunde, Verwandte, Handwerker, Politiker, Beamte und Dienstleister aller Art. Die sind alle auf Urlaub oder krank.

Der Urlaub der anderen ist deshalb nervig, weil man, um den Umstand, dass alle anderen auf Urlaub sind, zu monieren, selber gerade nicht auf Urlaub sein darf. Die anderen haben also etwas, was man nicht hat, nämlich Urlaub. Der Neid ist Österreicher.

Die Krankheit der anderen ist deshalb nervig, weil ich nicht verstehe, wie man bei 36 Grad krank werden kann. Die bösen Klimaanlagen sind schuld, heißt es immer. Wenn man rausgeht, schwitzt man, wenn man rein kommt, friert man. Das hält der Organismus nicht aus. Kein Wunder, dass der geschwächt ist, er bräuchte auch dringend Urlaub.

Was würde helfen? Eine Haube. Endlich Herbst.

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Olympia inside

Wir alle lieben ja Sport – vor allem, wenn ihn andere machen. Wenn man also stundenlang olympisch vor dem Fernseher liegt, wird man mit faszinierenden Einblicken in die Welt des Spitzensports belohnt.

Da hat zum Beispiel ein österreichischer Schwimmer sein mäßiges Abschneiden im Londoner Becken damit erklärt, dass justament auf seiner Bahn schon „sehr viele Wellen“ waren. Wir Laien dachten, dass sei nur bei uns so. Wir waren bislang der Meinung, dass Weltklasse-Schwimmer einfach darauf verzichten, Wellen zu erzeugen. Wir lagen falsch. Vielleicht war der junge Mann aber auch nur deshalb von so vielen Wellen behindert, weil das Wasser vor ihm von sieben anderen Schwimmern  aufgewühlt wurde. Der Konkurrent an der Spitze hatte dieses Problem sicher nicht.

Da hat zum Beispiel ein österreichischer Reporter einen Finalteilnehmer eines Leichtathletik-Finales gefragt, ob denn eine Medaille ein Ziel sei. Das ist mal eine gute Frage! Die geht in die Reporter-Fragen-Hall-of-Fame ein. Gemeinsam mit: „Freuen Sie sich über die Goldene?“, „Sind sie mit dem Sieg zufrieden?“ und „Sind Sie nach so einem Marathon eigentlich müde?“

Da beginnt man, Unterschiede zwischen österreichischen und deutschen Reportern festzustellen. „Und da sind sie aus den Startblöcken, Bolt wie immer ein wenig spät dran, aber der Mann muss immer erst in Fahrt kommen! In der Mitte Blake, Blake, daneben Gay, Bailey und Gatlin, Gatlin kommt heran und da kommt BOLT!! JETZT SCHAUEN SIE WIE DER MANN DAVON ZIEHT!!! BOLT ZEIGT DEM REST DER WELT, WO DER HAMMER HÄNGT. BOLT, DAHINTER BLAKE UND GATLIN, BOLT IST WEG, BOLT, BOLT, BOOOOOOOLTTTT!!!“ gegen „Und jetzt laufen sie los. Und sie laufen. Und der Jamaikaner … Jusse-In Boult gewinnt.“

Da kann man zum Abschluss den Österreicher raushängen lassen: Gut wir haben keine Medaillen, aber ihr könnt nicht Schifahren. Und blöd seids ihr auch. Ätsch.